Ich glaube, bei Apple hat man gerade ein sehr, sehr großes Problem. Der itunes-Store funktioniert seit Freitag nur noch für User der Release 8.x. Das riecht nach Zwangsupgrade. Dummerweise haben Win2K-Nutzer aber nur die 7.x zur Verfügung, weil die 8.x nicht kompatibel ist. Unklug, Leute auszusperren, die freiwillig Geld ausgeben möchten. Noch unklüger, das Problem nicht offen zu kommunizieren.




Samstag Nacht, Mauersegler, am DJ-Pult, das Lied aufgelegt, was alle instantan glücklich macht, nämlich "One more Chance" von Grant Green [gibts bei itunes], seliges Menschengewoge, frohe Gesichter. Neben dem CD-Spieler noch 8 Biermarken und eine große Flasche Sprudel, und dann schon mal die nächsten CDs und Platten bereitlegen für die große Dub-Offensive, ah.



 
I lost my best songs in my sleep
When I was thinking
Thinking I can't wait
To wake up next to you




Abgehetzt und komplett nassgeregnet mit dem Fahrrad am Anhalter Bahnhof in die natürlich schon überfüllte S-Bahn. Höre laut Albion. Als sich Doherty zum hymnischsten aller Refrains der Musikgeschichte hochschwingt, blicke ich auf einen Damenstiefel, der sich mit Wucht genau im Takt mitbewegt. Blicke langsam hoch, ein knielanger dunkler Rock, auch ein tropfendes Fahrrad, eine nassgeregnete Wolljacke, ein zartes Gesicht, ein großer, schwarzer Hut, der Blick rastet ein. Ich sah sie nie im Leben, aber sie grinst. Yorckstraße. Augenschauen, Wegschauen. Schöneberg. Augenschauen, Wegschauen. Friedenau. Abschiedsgrinsen. Ich steige aus. Sie steigt mit aus, wir schieben die Räder den Bahnsteig entlang, in den Fahrstuhl. Blicke, Blicke, Blicke, verdammt. Würde sie fragen, ob wir mal einen Kaffee trinken, ich würde verneinen und ihr statt dessen anbieten, wir könnten uns jetzt sofort küssen. Aber sie fragt nicht, ich frage nicht, unten angekommen pule ich die Ohrhörer raus und sage "tschüs", und sie sagt "schönen Abend noch" und ich sage "dir auch", ich kuck mich nochmal um, sie sich auch. Dann fahre ich durch den noch stärker gewordenen Regen über die grüne grüne Fußgängerampel an der Kaisereiche und komme offenbar einem Besoffenen dabei etwas zu nahe, denn er brüllt, "du Arsch, ich bring dich um!", aber ich bin seltsam imprägniert und stillfroh.



 
Der Marantz SA7001 ist erstaunlich hässlich, klingt aber nahezu unverschämt geil. Ich hätte jetzt einen alten NAD CD-Spieler abzugeben.



 
Wie Emocore, der gegen all seine konform mit dem Scheitel gegelten Regeln operiert. Wie eine Playmobilfrisur, die jemand durch Null geteilt hat - einfach unerhört.


Stimmt.




comte

Der Müllwagen vor mir auf der Straße, dessen Fahrer- und Beifahrertür sich exakt gleichzeitig, nahezu choreografiert, öffneten: ein orangefarbener Engel, der seine Flügel spreizt. Wie gerne ich Heiner Müllers Regieanweisungen dazu gelesen hätte.

Das 20 Meter auseinander gehende Paar, das extra für mich seinen Streit unterbricht, als ich das Haus verlasse, bis ich seine Umklammerung wieder enttreten habe.

Der ewige Schlichter der Streits sein, die möglicherweise wegen mir oder um mich entbrennen.

Ex Turbinowitz.

Mein Kind, das sich für mich mehr interessiert, als alle anderen. Und daher auch einfach mehr von mir und über mich erfährt. Konsequenterweise. Wird der Tag kommen, an dem sie die Fäden (alle!) bis zu mir persönlich zurückverfolgt? Ich freue mich darauf: Denn ich gehe davon aus, dass sie bis dahin so weit ist, mich und meine Handlungen zu verstehen.

Die unperformante.

Ein gelungener, virtueller Blowjob ist deutlich höher zu bewerten, als ein missratener, reeller.

Puppelpiepel.

M.Z.

Schießmichtot & Hastenichgesehen.

Betaalautomat.



 
Nach längerer Zeit mal wieder 72 Stunden Besuch der Eltern, glücklicherweise untergebracht im Ibis. Entsetzt, erschüttert, frustriert ob der unfassbaren Beschränktheit und Engstirnigkeit trotz eines akademischen Hintergrunds. Völlige, merkbefreite, beängstigende Egozentrik. Der Vater, der nur noch Phrasen ablässt, die er schon abließ, als ich mit 18 das Haus verließ. Peinlichste Unterhaltungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, unappetitliche Hustenanfälle, jedes Ausatmen ein "Gott ist das Leben anstrengend". Verfettung in Physis und Psyche. Die Mutter, weit über 100 Kilo schwer, Altersdiabetes, Schnappatmung nach kürzesten Spaziergängen, aber literweise Cola Light und zwei Schnitzel täglich, Cholesterinwerte wie aus BMW-Prospekten, aber drei Eier täglich, es war ein Besuch wie jeder, bereits am zweiten Tag sind sie defekt und müssen stillgelegt werden, ein Elend und ein gottverdammter Rat es ihnen nicht gleich zu tun und als erster aus dieser gottverschissenen Familie daraus zu LERNEN.



 
Der Niedergang des P.V.



 
Der innere Geigenkasten.




Aber was ist denn im Senat? Rouladenverabredungen. Das darf natürlich nur im erlauchten Kreise besprochen werden.




Der späte Mark E. Smith erinnert mich mehr und mehr an Helmut Schmidt.




Alles ist gerade so genau richtig.



 
Lieber 8 Wochen mit den Babyshambles, als 8 Jahrzehnte mit den Guttemplern.




Die Bar des Holiday Inn zu Hamburg bietet tatsächlich einen "Tropical Ireland" (sic!) an. Ingredienzien: Bailey's, Wodka, Triple Sec (!), Orangensaft [... ; ab hier nicht mehr getraut weiterzulesen]




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