Ob das jetzt eigentlich sehr ungerecht ist, wenn man sich die re:publica-Konferenz als eine im Grunde völlig unnötige Veranstaltung vorstellt? Ich war noch nie da, aber wenn ich mir die Panels und Themen ansehe und um die Personen ergänze, die derzeit die Friedrichstraße und die umliegende Gegend bevölkern, beschleichen mich schreckliche Gefühle. Ich sehe einen großen Haufen angestrengt nach Anerkennung und Achtung ringende Menschen, die sich als digitale Citoyens wähnen, zugleich aber entsetzlich froh wären, wenn sie für eine richtig große Zeitung schreiben dürften. Ich ahne Veranstaltungen mit Zuschauern, die tragbare Online-Geräte auf ihren Knieen haben. Ich ahne eine große Klassenfahrtsklebrigkeit.





Wieder einmal bei Phillip Boa gewesen, dem großen, gut aussehenden Phillip Boa. Dem etwas strengen, zugleich aber auch im besten, positivsten Sinne infantil-geisteskranken Direktor einer Kindergeburtstagsparty. Am Schlagzeug der Rabe. Der Trick bei Boa: Die Virtuosität ist da, und zwar massiv, sie bleibt aber kontrolliert, wird nur in kleinen Dosen ins Publikum herausgelassen. Jede andere Band hatte bei der Live-Version von Galerie der Fälschungen ein zehnminütiges Percussion-Bongobongo eingebaut: Bei Boa gab's 16 Takte und dann Ende! Und dennoch wusste man, wo der Hammer hängt.
Boa hampelt rum, streicht sich immer wieder die Tolle aus dem Gesicht, aber bei ihm wirkt das Artifizielle so wunderbar echt: Fantastisch sah er aus, mit Anzughose, T-Shirt, Sakko, ganz kleines Bäuchlein. Seine gewollt spastischen Verrenkungen: zum verlieben.
Und natürlich: perfekte Gesellschaft.
Pfirchsicheisen!

Es kam zu grundlegenden Neubewertungen von Personen, Handlungen, Wünschen und Vorhaben.
Ich genoss Welpenschutz.
Fauré.

Die vegane Woche.
Der kluge Peter Richter.
"Wofür es sich zu leben lohnt"

Ich war täglich neu gespannt auf die Ideen, Pläne, Sorgen, Ängste und Albernheiten meiner Tochter. Sie erschienen mir so viel klüger, nachvollziehbarer und sympathischer als die ihrer Mutter.
Ein handgeschriebener Brief von TS.
"Buche im All"

Was mir immer noch nicht endgültig klar ist: Ob ich ein Arsch oder ein viel zu netter Mensch bin.
Berg und Fußklemme.
Richtig strategisch wäre es, JD zu verdrängen. Und seine Kohlen einzustreichen.

Geil natürlich, wie sich die Bibelzitatnummer durch direkte Konfrontation mit den potenziellen Betroffenen zu meinen Gunsten wendete. Hihi, bzw. hähä, bzw. höhö.
"Garage Band"
Don Alphonsos strategische Moves bei der FAZ: superschlau. Die Clacqueure bedient, bei den Budgetverantwortlichen zugleich Toleranzgrenzen neu definiert und Position gestärkt. Den vorschnell sich die Hände reibenden einen Arschtritt gegeben. Sehr schön, hätte ich kaum besser gemacht.

Es ist leichter für den Nüchternen, betrunken zu werden, als für den Betrunkenen, nüchtern zu werden. Super-Dialektik.
Ein kleiner Schwächeanfall.
Im Traum begegnete mir Helge Schneider in einem amerikanischen Straßenkreuzer.

In der ersten Show wurde Charlie Sheen ausgebuht. In der zweiten gab es standing ovations. Aber in zwei Jahren ist er entweder clean oder tot.
Schranken- und schamlos.
Marquis - Cha Cha!
Der Pazifik wird nicht sterben. Er wird sich darauf einstellen, wie er sich auch auf die gesamte andere Scheiße eingestellt hat, die mit ihm veranstaltet wurde und wird. Aber die Gattung Mensch wird für die evolutionäre Anpassung vermutlich ein bisschen zu lang brauchen. Gut so.
Ich ließ aus etwa einem Meter Höhe einen einzigen, schweren Tropfen Massageöl genau zwischen ihre Schenkel fallen und riss dann ein Loch in ihre Strumpfhose.