Müsste man mal tiefer einsteigen: Die Veränderung der Blogwelt durch Facebook. Facebook ist ja - rein technisch - die Fortführung des klassischen Weblogs mit intelligenten Mitteln: Es ist erstmals möglich sein Leben in einer Art von Weblog (einfaches Posten, einfaches Kommentieren, einfaches Einstellen von Media-Inhalten) mit anderen zu teilen und dabei genau festzulegen, wer das lesen darf und wer nicht. Letzteres ist ja das, was sich fast jeder einmal für sein Weblog gewünscht hat: Die Handvoll Deppen und Nervensägen nicht ranlassen, die es einfach nichts angeht, was man gerade so treibt. Das Facebook-System der "Freundschaften" (also: beiderseitiger opt-in) ist ja hierfür doch eine gewisse Versicherung, wenn auch natürlich keine Vollkasko, denn was fehlt, ist ein offizieller Bilder-/Personen-Überprüfungsservice, wie ihn Erotik-Communities haben. Die Kurz-Statusmeldungen ersetzen möglicherweise inzwischen einen guten Teil der bisheringen Blog- (oder eben auch Twitter-) Einträge mancher Menschen. Auffällig auch, dass sich bei Leuten, die Facebook und Xing nutzen, die Freundescluster deutlich auftrennen zwischen business und privat. Es soll sich eben manches nicht vermischen. Facebook wird siegen, nach ***vz.de wird schon in 18 Monaten kein Hahn mehr krähen. Was Holtzbrinck anfasst, geht den Bach runter, das ist eine sehr sichere Regel der New Economy.